Samstag, 13. Februar 2010

Citizen Kane (1941)

Über den Film selbst ist schon so viel gesagt und geschrieben worden, dass sich eigentlich jeder Kommentar erübrigt. Man darf aber feststellen, dass seine Qualität, Energie und Magie auch heute noch jeden Filmfreund begeistern. Kaum vorstellbar, dass dies das (Erstlings-) Werk des erst 25-jährigen Welles war, der hier (mit seinem Kameramann Gregg Toland) radikal neue Wege in der inhaltlichen wie formalen Erzählweise ging und Standards gesetzt hat, die heute noch zur gängigen Filmsprache gehören.

Die visuelle Brillanz (darunter die unbestritten geniale Ausnutzung von Tiefenschärfe, Tracking Shots, Überblendungen und Spezialeffekten) bleibt stets im Dienst der Geschichte. Dazu gesellen sich hervorragende Darsteller, die größtenteils in CITIZEN KANE ihr Debüt gaben (viele gehörten zu Welles' Theater-Ensemble), Bernard Herrmanns schwerelose Filmmusik (wenn sie denn zu hören ist), eine außerordentliche Reichhaltigkeit an Themen und die völlige Abwesenheit von Klischees und Konventionen.

Orson Welles erschafft ein Biopic und stellt es gleichzeitig in Frage (gibt es neben der subjektiven Erinnerung verschiedener Lebensgefährten wirklich eine Wahrheit über Leben und Persönlichkeit eines Menschen?). Dieser verdiente Klassiker ist und bleibt ein ewiger Jungbrunnen und Quelle der Inspiration für jeden Zuschauer und Filmschaffenden. CITIZEN KANE ist kein perfekter Film (einige Masken der künstlich gealterten Darsteller überzeugen nicht wirklich), aber er kommt der Perfektion näher als die meisten seiner Mitbewerber.

10/10

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