Dienstag, 16. Februar 2010

Christine (1983)

Seltsamerweise scheiden sich an "Christine" die Geister. Ich persönlich würde sagen, der Film ist weder ein Meisterwerk noch vollkommen misslungen, er ist irgendwo dazwischen. "Christine" ist stellenweise spannend und die Darsteller hervorragend, besonders Keith Gordons Verwandlung vom verklemmten Sündenbock zum eiskalten Besessenen geht wirklich unter die Haut. John Carpenters Soundtrack ist unaufdringlich und effektiv, die Spezialeffekte sind sogar für heutige Verhältnisse noch beeindruckend (das Auto, das sich selbst wieder zusammensetzt, ist der Höhepunkt des Films und weiß auch heute noch zu überzeugen).

Die Schwachstellen liegen in der Figurenzeichnung (Alexandra Paul ist als Love-Interest ein vollkommen uninteressanter Charakter) und im lahmen Finale, das völlig kalt lässt. Dazu ist "Christine" noch überraschend harmlos, was aber von Stephen King schon in der Romanvorlage so angelegt ist. Als Horror-Film versagt "Christine" letztlich, weil wir einfach zu keinem Zeitpunkt Angst um irgend jemanden haben müssen. Das Auto hat es ganz klar auf die "Bösen" des Films abgesehen, daher sind deren Verfolgungen und Tode auch nicht weiter aufregend oder beängstigend. Zudem verhalten sich die Opfer so idiotisch, dass man über ihre Beseitigung höchstens schmunzeln kann (einer von ihnen läuft auf offener Straße vor Christine davon, mitten auf der Fahrbahn, immer schön geradeaus).

Insofern sei "Christine" allen empfohlen, die sich spannend unterhalten wollen. Wenn man aber bedenkt, was Regisseur John Carpenter für schockierende Thriller-Meisterwerke geschaffen hat ("Halloween", "Das Ding"), fällt "Christine" äußerst schwach im Vergleich aus.

07/10


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