Mittwoch, 17. Februar 2010

Children of Men (2006)

"Children of Men" erzählt vom Büroangestellten Theo (Clive Owen), der in einer unfruchtbaren Welt, die von Terrorismus, Krieg und Verseuchung gezeichnet ist, von einer Untergrund-Organisation angeheuert wird, die einzig schwangere Frau des Planeten aus dem Land zu schleusen.

Das Szenario ist bekannt, und Regisseur Alfonso Cuarón peppt die Story mit deutlichen Bezügen zur Gegenwart, insbesondere zum Irak-Krieg, auf. Natürlich ist der Film ambitioniert, aber leider bei weitem nicht so künstlerisch wie er gerne sein möchte. Letztlich benutzt er sein Endzeit-Setting nur als Aufhänger für eine actionlastige Verfolgungsjagd nach der anderen, selbst wenn diese dann packend inszeniert werden.
Die Charaktere sind eindimensional, die Dialoge stellenweise hölzern, die Beziehungen der Figuren untereinander grenzen an Klischees ("Immer wenn es ernst wird, läufst du weg!", wirft Owen seiner Ex-Frau, gespielt von Julianne Moore, vor). Die Darsteller sind ausnahmslos gut und passen sich dem deprimierenden Ambiente des Films an, aber sie haben einfach kaum etwas zu spielen.

Der entfärbte Look des Films ist schon mehrfach dagewesen (u.a. in "Black Hawk Down") und beginnt bald zu langweilen. Die Anspielungen auf den Irak-Krieg sind überdeutlich und bei genauerer Betrachtung sinnlos, weil sie auf nichts als sich selbst verweisen. Andere Metaphern wie der Name der schwangeren Heldin Kee (gleich "Key", der Schlüssel zur Rettung, oder das rettende Schiff "Tomorrow"!) werden ebenso mit dem Holzhammer serviert. Das Wort "subtil" ist im Universum von "Children of Men" nicht vorhanden.

Insofern muss man sich fragen, was denn eigentlich der Film jenseits seiner Handlung zu erzählen hat, und das ist erschreckend wenig. Alles, was der Film als Ideologie präsentiert, ist Pseudo-New-Age-Geschwafel (sorry) und von echter Philosophie Lichtjahre entfernt. Er ist sicher besser als der thematisch ähnlich gelagerte "Minority Report", weil er nie in Spielbergschen Kitsch um die heile Familie abgleitet und von Beginn bis Ende einen lakonischen, sarkastischen Ton anschlägt, aber ein moderner "Blade Runner" ist Cuarón nicht gelungen, so sehr er sich auch bemüht. Dazu ist "Children of Men" neben aller Action und Austattungsorgien einfach nicht intellektuell, tiefgründig oder interessant genug.

04/10

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