Samstag, 13. Februar 2010

Bonnie & Clyde (1967)

BONNIE UND CLYDE läutete eine neue Ära im amerikanischen Film ein, und bis heute hat der Film nichts von seiner rohen, emotionalen und künstlerischen Kraft verloren. Die Geschichte des berühmten Gangsterpärchens, das raubend und mordend durch das Amerika der Depressionszeit zieht und ein brutales Ende findet, entzieht sich jeder moralischen Haltung, jeder Verurteilung seiner Antihelden und ist aufgeladen mit deutlich sexuellen Motiven und drastischen Gewaltdarstellungen.

Arthur Penns filmischer Stil ist ungeschminkt, roh und intensiv, die Darsteller liefern Meisterleitungen ab. Allein die erste Sequenz, in der die junge - damals unbekannte - Faye Dunaway als Bonnie nackt und bis zum Zerreißen nervös in ihrem Zimmer darauf wartet, dass irgend etwas in ihrem tristen Leben passiert, ist ein Paradebeispiel für Penns Inszenierung. Er befindet sich immer hautnah an den Charakteren und schert sich nicht darum, sie für das Publikum sympathischer oder gefälliger zu machen.

Hauptdarsteller Warren Beatty war als Produzent mitverantwortlich, dass der Film überhaupt entstehen konnte, nachdem das Drehbuch von jedem Hollywood-Studio abgelehnt worden war. Als das fertige Werk das Licht der Leinwand erblickte, tobten die Kritiker vor Entrüstung, und das Publikum blieb scharenweise aus. Als der Film etwas später durch Warren Beattys Betreiben wieder aufgeführt wurde, wurde er unerwartet zu einem Massenphänomen und ein überwältigender Erfolg, der sämtliche Kritiker zwang, ihre ursprüngliche Meinung zu revidieren und ihn als das zu feiern, was er war und noch ist - die Geburtsstunde eines neuen, jungen und wilden Hollywood.

09/10

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Related Posts Plugin for WordPress, Blogger...