Mittwoch, 17. Februar 2010

Body Heat (1981)

Manche Filme sieht man besser im Hochsommer. BODY HEAT aus dem Jahr 1981, der hierzulande im Kino unter dem Titel "Eine heißkalte Frau" lief, gehört eindeutig dazu. Die hitzige, schwüle Atmosphäre des Miami Sommers ist so fühlbar in jedem Bild und unzähligen Anspielungen und Dialogen eingefangen, dass sie sich perfekt auf den Zuschauer überträgt, der beim Ansehen des Thrillers stark ins Schwitzen kommt - was auch an der unglaublichen Chemie zwischen den Hauptdarstellern William Hurt und Kathleen Turner liegt, welche viel Zeit im Film fast oder gänzlich unbekleidet verbringen, in eisgekühlten Badewannen liegen oder Unmengen an Eistee trinken. Schon bei Turners erstem Auftritt (sie trägt Weiß, ein ganz böses Omen) knistert es zwischen den Darstellern gewaltig (Als Turner sich mit Eis bekleckert und Hurt seine Abtupf-Dienste anbietet, erwidert sie: "Möchten Sie's nicht ablecken?"). Hurt und Turner befanden sich noch am Anfang ihrer Karrieren, und der große Erfolg von BODY HEAT hat sie schnell zu Superstars gemacht. Unterstützt wird ihr faszinierendes Zusammenspiel von einem Drehbuch, das sich bewusst an den klassischen Film Noir der 40er anlehnt. Die Dialoge strotzen nur so von Doppeldeutigkeiten, Anzüglichkeiten und Wortspielen. Direkte Vorbilder sind "Wenn der Postmann zweimal klingelt" und "Frau ohne Gewissen". Hier wie da wird ein Loser durch eine heiße Affäre mit einer verheirateten Frau, die ihn zu einem Mordplan überredet, ins Verderben getrieben. Herrlich, wie Hurt diesen erfolglosen, aber ewig geilen Schmuddel-Anwalt spielt. "Sie sind nicht besonders clever - das mag ich an einem Mann", sagt Turner kalt lächelnd zu ihm, bevor sie ihn zur Begutachtung ihrer klimpernden Mobiles und Unterwäsche einlädt.
Regisseur Lawrence Kasdan hat mit BODY HEAT sein Debüt gegeben, und es ist absolut erstaunlich, wie sicher und kunstvoll der Thriller inszeniert ist. In einer kleinen Nebenrolle taucht kurz Mickey Rourke als Bombenbastler auf, Jahre vor seinem großen Durchbruch. Filmkomponist John Barry hat für BODY HEAT einen durch und durch verführerischen, spannenden und sexy Score komponiert (der in jede Soundtrack-Sammlung gehört). Der Schluss des Films, der hier nicht verraten werden soll, ist grandios und umwerfend.
Fazit: BODY HEAT ist intelligentes Mainstream-Kino, extrem sexy, atmosphärisch, spannend und raffiniert. Wer hohes Tempo und Action sucht, wird beides hier nicht finden - aber so viel mehr.

10/10

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