Dienstag, 16. Februar 2010

Bis das Blut gefriert (1963)

THE HAUNTING von Robert Wise, nach dem Schauerroman von Shirley Jackson, gehört zu den Beispielen klassischen Horrors, in denen mehr angedeutet als gezeigt und so eine beklemmende Atmosphäre latenten Schreckens erzeugt wird - eine simple Wahrheit, die heute leider keine Beachtung mehr im modernen Kino findet.

Zwar hat auch dieser Film seine Schwächen (die Voice-Over-Monologe von Julie Harris, die Figuren sind oft zu selbstsicher), aber er steht immer noch haushoch über heutigen Produktionen, die teure Special Effects einsetzen, wo ein leises Raunen aus dem Dunkeln vielfach effektiver wäre - besonders deutlich wird das natürlich an Jan De Bonts direktem Remake "Das Geisterschloss", wo von subtilem Grauen keine Spur mehr zu finden ist.

THE HAUNTING erzählt von einer Gruppe, angeführt von einem Parapsychologen (Richard Johnson), die in dem düsteren "Hill House" geisterhaften Vorgängen auf den Grund gehen will. Neben atmenden Türen, lautem Hämmern und mysteriösen Wandbeschriftungen konzentriert sich Wises Film aber hauptsächlich auf die fragile Persönlichkeit Eleanor, die meisterhaft von Julie Harris gespielt wird. Eleanor ist eine unterdrückte Frau, die vom Schrecken des Geisterhauses am nachhaltigsten betroffen wird, in ihm aber schließlich einen Ort der Zuflucht, ein Zuhause, findet, wo sie sich für immer vor der Welt verstecken kann.

Robert Wise baut eine sorgsame Atmosphäre auf und sorgt für wirklich schockierende Moment, unterstützt wird er von einer geradezu atmeberaubenden S/W-Kameraführung. Nicht nur was Horrorfilme angeht, gehört THE HAUNTING zu den besten Filmen aller Zeiten.

10/10

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