Montag, 12. April 2010

Basic Instinct 2 (2006)

Es gibt für mich zwei wesentliche Dinge zu BASIC INSTINCT 2 (Basic Instinct 2 - Risk Addiction) zu sagen:

Erstens: Alles, was an Negativem über den Film gesagt wurde, stimmt irgendwie.

Und zweitens: Das ist alles unerheblich.

"Basic Instinct 2" gibt nie vor, mehr zu sein als er ist. Der Film ist ein lupenreines "Guilty Pleasure". Man kann ihn verachten oder auch mit etwas schlechtem Gewissen genießen. Man kann über seine unfreiwillige Komik lächeln, es gibt aber keinen Grund, einen Kreuzzug gegen den Film oder Sharon Stone zu führen. Objektiv betrachtet ist er sicher nicht der schlechteste Film aller Zeiten (ich bin immer überrascht, wie schnell Rezensenten mit diesen Superlativen bei der Hand sind).

Ja, "Basic Instinct 2" ist nicht besonders spannend, überflüssig, Hauptdarsteller Morrissey ist eine katastophale Fehlbesetzung, etc., etc. Und trotzdem kann man den Thriller gut anschauen. Das liegt einerseits an Sharon Stone, deren Präsenz und Spiel immer eine Freude ist (und auch mir ist es völig egal, ob sie nun operiert, ge-airbrusht oder sonstwas ist, sie ist einfach eine verdammt gute Schauspielerin, selbst in schlechten Filmen, und eine operierte Stone ist mir hundertmal lieber als eines der typischen Austausch-Girlies, die das Kino momentan bevölkern), und darüberhinaus hat der Film selbst auch gute Seiten.

Die Geschichte ist relativ raffiniert konstruiert (sie ist bei genauerer Betrachtung um einiges raffinierter als das Original), die Szenen zwischen Morrissey und Stone sind erstaunlich gut geschrieben - man muss dafür aber die Art künstlicher, "geschaffener" Dialoge mögen, die nichts mit realem Sprechen zu tun haben, aber eine Kunst für sich sind, wie sie schon der Film Noir zelebrierte. Der ultramoderne, kühle Designer-Look des Films ist extrem ansehbar, das London-Setting originell. In den letzten zwanzig Minuten funktioniert sogar die Spannung, die überraschende Wendung am Ende ist einerseits unsinnig, macht aber dennoch Spaß.

Der Score von John Murphy kombiniert das berühmte "BI"-Thema von Jerry Goldsmith mit eigenem Stil sehr geschickt. Das Tempo des Films ist stimmig ("Basic Instinct 2" ist kein lauter Film mit schnellen Schnittfolgen, er ist ruhig erzählt, steuert aber zielgenau auf sein Finale zu). Und ganz nebenbei darf man auch die immer großartige Charlotte Rampling und den eigenwilligen David Thewlis in guten Nebenrollen bewundern. Das ist weitaus mehr als andere Filme zu bieten haben. Ich bin dazu noch ein Freund von jedem Thriller, der momentan nicht "CSI" kopiert und Profiler, Gerichtsmediziner oder Forensiker porträtiert.

Also, wer keinen persönlichen Groll gegen Sequels, Frau Stone oder erotische Thriller hegt, der kann "Basic Instinct 2" durchaus genießen, er macht sogar bei wiederholtem Sehen noch mehr Spaß. Selbst ein Arthaus-Fan braucht ab und zu mal einen "Basic Instinct 2".

06/10

Da ist sie wieder, die Frau mit dem Eispickel - Basic Instinct 2

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