Sonntag, 14. Februar 2010

Barfuß im Park (1967)

Die Flitterwochen sind vorbei, jetzt beginnt der Ernst des Lebens. Die Verfilmung von Neil Simons Broadway-Hit BARFUSS IM PARK aus dem Jahr 1967 glänzt durch das hervorragende Ensemble, herrlichen Wortwitz, den ewig spannenden Kampf der Geschlechter sowie einige intelligente Beobachtungen zum Thema Ehe.

Paul und Corie (Robert Redford und Jane Fonda) heiraten überstürzt und werden von der Realität brutal ihrer rosaroten Brillen entledigt. In ihrem etwas heruntergekommenen Apartment müssen sie feststellen, dass sie sich weder besonders gut kennen noch die plötzlich ans Tageslicht kommenden Charaktereigenschaften des anderen besonders mögen. Die beiden müssen schleunig erwachsen werden und erkennen, dass zu einer Beziehung mehr als Liebe gehört.
Serviert wird dieser Lehrgang in Sachen Ehe und Durchhaltevermögen von Regisseur Gene Saks, der kurz darauf Ingrid Bergman in der wundervollen "Kaktusblüte" zum Erblühen brachte und in "Ein seltsames Paar" eine weitere gestörte Paarbeziehung schilderte. Die Chemie stimmt zwischen Fonda und Redford. Er spielt den ordnungsliebenden Spießer, sie die freigeistige Vertreterin der 60er-Generation. Den Vogel aber schießen Mildred Natwick und Charles Boyer ab. Natwick spielt die verschrobene Mutter von Fonda mit Hang zum Sarkasmus, die gern mal über spiegelglatte Eistreppen segelt und einen zuviel trinkt ("Wenn der Eisenwarenladen unten aufgehabt hätte, hätte ich mir ein Messer gekauft und mich umgebracht"), Boyer karikiert sein ewiges Rollenimage des europäischen Verführers und Lebemannes. Dazu gesellen sich noch einige unsichtbare Hausbewohner wie die große Katze mit Dosenöffner aus Apartment 4D und skurrile Besucher wie der Mann vom Telefon-Reparaturdienst (Herb Edelmann).
Was Verfilmungen von Broadway-Komödien angeht, rangiert BARFUSS IM PARK weit oben. Auch wenn er heute etwas angestaubt ist, dies ist Hollywood-Unterhaltung im besten Sinne mit gut aufgelegten Stars, viel Witz und einer durchaus lehrreichen Lektion: niemals vorschnell das Handtuch werfen. In der Liebe lohnt es sich, zu kämpfen! Klingt gut, ist es auch.

6.5/10

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