Mittwoch, 17. Februar 2010

Auf der Jagd nach dem Juwel vom Nil (1985)

AUF DER JAGD NACH DEM GRÜNEN DIAMANTEN war ein so großer Kassenhit, dass die Fortsetzung zwei Jahre später unvermeidbar war. AUF DER JAGD NACH DEM JUWEL VOM NIL vereint erneut das erprobte Star-Trio Douglas, Turner und DeVito, der Schauplatz wechselt vom verregneten Dschungel des Originals zur staubtrockenen Wüste Afrikas, statt Robert Zemeckis führt der routinierte Lewis Teague ("Cujo") Regie.

Leider fehlt hier klar ein gutes Drehbuch, die Handlung besteht im Grunde nur aus einer losen Aneinanderreihung ausgefallener Action-Szenen, die mit deutlich mehr Geld inszeniert wurden als im ersten Teil. So werden der durchaus vorhandene Witz und die weiterhin stimmige Chemie der Darsteller mehr als einmal unter Bombast begraben, egal ob unser Helden-Pärchen mit einem Jagdbomber der Gefangenschaft eines Scheichs entflieht und dabei halb Afrika in kleine Teile zerlegt oder Verfolgungsjagden auf fahrenden Zügen hinlegt.

Unterhaltsam ist das zunächst schon, aber spätestens nach der Hälfte geht dem Film arg die Puste aus, Längen stellen sich ein, und das konfuse Finale kann überhaupt nicht mehr überzeugen. Die sehr früh verratene Grund-Überraschung (das "Juwel", hinter dem alle her sind, ist ein Mensch) hört sich auf dem Papier gut an, raubt dem Film aber jede Spannung, und die Anziehung, die Kathleen Turners Figur Joan gegenüber dem diktatorischen Scheich (ein Omar Sharif für Arme) empfindet, ist eine Beleidigung ihrer Intelligenz. Kathleen Turner übrigens hatte schon frühzeitig ihre Mitwirkung zugesichert, wollte aber nach Sichtung des Buchs aussteigen, was zu erheblichen Spannungen am Set führte. Für Fans des Originals und seiner sympathischen Darsteller bietet das JUWEL VOM NIL noch genügend Humor und Action, wer aber eine flotte Abenteuer-Romanze auf dem Niveau des Originals erwartet, dürfte sehr enttäuscht werden.

06/10

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