Mittwoch, 17. Februar 2010

Andromeda - Tödlicher Staub aus dem All (1971)

Vom beeindruckend gestalteten Vorspann, begleitet von Gil Mellés experimenteller, beunruhigender Filmmusik, bis zum aufregend spannenden Finale gehört THE ANDROMEDA STRAIN von 1970 zu den intelligentesten und spannendsten Sci-Fi-Werken aller Zeiten. Michael Crichton lieferte die Romanvorlage, und Robert Wises Film darf zu den besten Adaptionen des Autors gezählt werden.

Die Story: In New Mexico verbreitet ein abgestürzter Satellit einen tödlichen Virus, der die Bevölkerung auslöscht, bis auf einen Betrunkenen und ein Baby. In einem unterirdischen Forschungslabor arbeitet eine Gruppe Wissenschaftler verzweifelt an einer Lösung des Problems, das im Falle ihres Scheiterns die gesamte Menschheit bedroht...

Robert Wise, der in vielen Genres zu Hause war und mehrere Meisterwerke abgeliefert hat ("The Haunting", "The Day The Earth Stood Still"), inszeniert die packende Geschichte in klaustrophobischen Sets und mit hervorragenden Darstellern, die nicht auf Attraktivität gecastet wurden, sondern eigenwillige, glaubwürdige Charaktere darstellen. Das Fehlen eines Top-Stars trägt zur authentischen Wirkung des Films bei. Was ANDROMEDA so außergewöhnlich macht, ist seine Konzentration auf das wissenschaftliche Problem. Es gibt keine unnötige Liebesgeschichte, keine privaten Auseinandersetzungen, kaum Spezialeffekte oder Action-Sequenzen, nichts, was man normalerweise in einem Mainstream-Unterhaltungsfilm erwarten würde.

Robert Wise bombardiert seine Zuschauer nicht mit Sensationen, sondern baut die Spannung extrem schleichend auf, steigert die Intensität fast unmerklich immer weiter, bis im Finale - wenn James Olson in einem Wettlauf gegen die Zeit die Selbstzerstörung des Forschungszentrums verhindern muss - der Film vor Spannung fast explodiert. Jüngere Zuschauer dürften anhand des gemächlichen Tempos heute Schwierigkeiten damit haben, was bedauerlich ist.

THE ANDROMEDA STRAIN würde heute niemals in dieser brillant "sachlichen", beinahe spröden Weise produziert werden, er gehört voll und ganz in die späten 60er/frühen 70er, wo das Hollywood-Kino sich im Umbruch befand und neue Wege beschritten wurden.

9.5/10

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