Samstag, 12. Juni 2010

Airport '80 - Die Concorde (1980)

AIRPORT 80 - DIE CONCORDE bietet den wohl unglaublichsten Einfall aller Folgen und wurde nach dem Kinostart überraschend als Komödie beworben, was zuvor nur ein einziges Mal passierte, nämlich mit dem Dunaway/Crawford-Vehikel "Meine liebe Rabenmutter". Beide Filme waren eigentlich ernst gemeint, wurden aber nach ersten Vorführungen, in denen die Zuschauer schallend lachten, schleunigst umetikettiert. AIRPORT 80 blieb dennoch so erfolglos an den Kinokassen, dass mit ihm das gesamte Genre des Katastrophenfilms (vorerst) starb.

Die Story: der teuflisch böse Industrielle Robert Wagner versucht die Concorde auf dem Weg nach Moskau abzufangen, weil sich seine Assistentin Susan Blakely mit brisanten Informationen über dessen Geschäftspraktiken an Bord befindet. Schon machen Kampfjets und Cruise Missiles Jagd auf die Concorde...

Die Idee, dass jemand eine voll besetzte Passagiermaschine in die Luft jagen will, weil sich ein paar Dokumente an Bord befinden, ist allein schon dämlich genug, um sich entspannt zurückzulehnen und den Unsinn zu genießen. Leider steckt weniger Geld in AIRPORT 80 als in den vorangegangenen Teilen, was sich durch schlampige Effekte und banale Bildästhetik bemerkbar macht, die eher an TV-Serien erinnert, insbesondere an "Hart aber herzlich", was an Robert Wagner liegen könnte (wo ist Stefanie Powers, wenn man sie braucht?).

Da es sich bei AIRPORT 80 um eine US-Französische Co-Produktion handelt, wird die Concorde von Alain Delon gesteuert, während sich "Emanuelle" Sylvia Kristel um das fleisch- bzw. leibliche Wohl der Passagiere kümmert. Einige der absurden Einfälle und Witze sind diesmal sogar beabsichtigt, leider aber nicht der gigantisch blöde Höhepunkt des Films, als die Concorde von einer Rakete verfolgt wird und Pilot George Kennedy (masochistisch genug, um in allen "Airport"-Filmen mitzuspielen) bei Überschallgeschwindigkeit das FENSTER im Cockpit öffnet und eine Leuchtpistole abfeuert, welche die Rakete ablenken soll. Das geöffnete Fenster sorgt zwar für einige derangierte Frisuren, hat aber weiter keine Auswirkung. Da bleibt einem der Mund offen vor Begeisterung.

Des weiteren bietet AIRPORT 80 eine Gruppe bekiffter Jazz-Musiker, Passagiere mit Schminkproblemen, Blasenschwächen und ein Transplantations-Herz in der Kühlbox (mit der Aufschrift "Vorsicht, menschliches Herz" . wahrscheinlich beißt es).
Die größte Absurdität am Rande besteht in der Tatsache, dass die US-Fluggäste zu den Olympischen Spielen nach Moskau reisen wollen, in der Realität aber die USA in diesem Jahr die Spiele boykottierten. Leider wurde der Film zuvor fertig gestellt, was zu peinlichem Staunen und Gelächter während der Vorführung führte.

05/10

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Related Posts Plugin for WordPress, Blogger...