Samstag, 13. Februar 2010

Airport (1970)

AIRPORT war 1970 ein sensationeller Kassenerfolg und startete das gesamte Katastrophenkino-Genre, dessen Erfolgsrezept immer das gleiche war - ein Haufen Top-Stars, eine gigantische Katastrophe und die brennende Frage, welcher unserer Lieblinge überleben wird. Im Gegensatz zu den späteren Fortsetzungen, die eher durch unfreiwillige Komik glänzen, versucht das Original noch, eine vernünftige, spannende Geschichte zu erzählen. Auch die technischen Details sind hier recherchiert und größtenteils glaubwürdig umgesetzt.

Die Grundstory: ein verzweifelter Van Heflin steigt mit einer selbst gebastelten Bombe an Bord einer Boeing, damit nach vollzogener Sprengung dessen Witwe Maureen Stapleton durch die Versicherungssumme finanziell abgesichert ist. Oder wie es in der späteren Veralberung "Die unglaubliche Reise in einem verrückten Raumschiff" heißt: dieser Mann ist nicht nur extrem gefährlich, sondern auch extrem dämlich (weil keine Versicherung der Welt in diesem Fall zahlen würde).

Die Maschine wird gesteuert von Dean Martin und Barry Nelson, dazu gesellen sich der Über-Macho Burt Lancaster und die reizende Jean Seberg als seine Assistentin im Flughafen-Terminal, Jacqueline Bisset darf als schwangere Geliebte von Dean Martin das Stewardessen-Opfer geben. Theater-Diva Helen Hayes konnte einen (übetriebenen) Oscar für die Darstellung einer lieben alten Dame kassieren, die gerne als blinder Passagier reist.
Positiv zu vermerken sind die grandiose Musik von Alfred Newman sowie der gut aufgebaute Spannungsbogen.

Die üblichen Soap-Elemente halten sich angenehm in Grenzen - tatsächlich werden Themen wie Abtreibung und Ehebruch differenzierter behandelt als in allen Nachfolgern, wo das Gut- und Böse-Schema bis zum Erbrechen simpel gestaltet wurde. AIRPORT funktioniert am besten im Mittelteil, wenn Van Heflin und seine Bombe enttarnt werden und der Film sogar ein wenig bösen Humor entdeckt (die arme Helen Hayes wird von Jacqueline Bisset übel herumgeschubst, um den Attentäter abzulenken). Das Finale um die Notlandung dagegen zieht sich wie Kaugummi und kann den Erwartungen nicht standhalten. Insgesamt hat AIRPORT deutlich Staub angesetzt, aber wenn man sich vor Augen führt, was für eine Sensation der Film zur Entstehung gewesen sein muss, dann kann er ausgezeichnet unterhalten.

08/10

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